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Sicherheitsdatenblatt bei Propylenglykol und Glycerin – was steht im SDB und worin unterscheidet es sich vom CoA?

Abfüller GmbH
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Was ist ein Sicherheitsdatenblatt?

Ein Sicherheitsdatenblatt, häufig mit SDB abgekürzt, enthält wichtige Informationen zur sicheren Handhabung eines Stoffes oder Gemisches.

International wird häufig die englische Bezeichnung:

Safety Data Sheet

beziehungsweise die Abkürzung:

SDS

verwendet.

Bei Rohstoffen wie Propylenglykol (PG) und pflanzlichem Glycerin (VG) kann ein Sicherheitsdatenblatt unter anderem Informationen enthalten zu:

  • Stoffidentität
  • möglichen Gefahren
  • Erster Hilfe
  • Brandbekämpfung
  • unbeabsichtigter Freisetzung
  • Handhabung
  • Lagerung
  • persönlicher Schutzausrüstung
  • physikalischen und chemischen Eigenschaften
  • Stabilität und Reaktivität
  • Transport
  • Entsorgung

Direkt zu den Rohstoffen:

Was bedeutet SDB?

SDB steht für:

Sicherheitsdatenblatt

Die englische Bezeichnung lautet:

Safety Data Sheet

kurz:

SDS

SDB und SDS bezeichnen damit denselben grundlegenden Dokumenttyp.

Wozu dient ein Sicherheitsdatenblatt?

Das Sicherheitsdatenblatt dient in erster Linie der Gefahrenkommunikation und sicheren Handhabung chemischer Stoffe und Gemische.

Es beantwortet beispielsweise Fragen wie:

  • Um welchen Stoff handelt es sich?
  • Wie ist das Produkt eingestuft?
  • Welche Gefahren sind bekannt?
  • Welche Schutzmaßnahmen können erforderlich sein?
  • Wie sollte der Stoff gelagert werden?
  • Was ist bei unbeabsichtigter Freisetzung zu beachten?
  • Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind angegeben?
  • Welche Transportinformationen gelten?
  • Welche Hinweise gibt es zur Entsorgung?

Damit unterscheidet sich ein SDB grundlegend von einem Qualitäts- oder Analysezertifikat.

Wie ist ein Sicherheitsdatenblatt aufgebaut?

Ein Sicherheitsdatenblatt folgt typischerweise einer standardisierten Struktur mit 16 Abschnitten.

Diese einheitliche Gliederung erleichtert es, bestimmte Informationen schnell wiederzufinden.

Die 16 Abschnitte behandeln unter anderem:

  1. Identifikation
  2. Gefahren
  3. Zusammensetzung
  4. Erste Hilfe
  5. Brandbekämpfung
  6. unbeabsichtigte Freisetzung
  7. Handhabung und Lagerung
  8. Expositionsbegrenzung und persönliche Schutzausrüstung
  9. physikalische und chemische Eigenschaften
  10. Stabilität und Reaktivität
  11. toxikologische Angaben
  12. Umweltangaben
  13. Entsorgung
  14. Transport
  15. Rechtsvorschriften
  16. sonstige Angaben

Abschnitt 1 – Bezeichnung des Stoffes beziehungsweise Gemisches und des Unternehmens

Hier finden sich typischerweise Angaben zu:

  • Produktname
  • Stoffbezeichnung
  • relevanten Verwendungen
  • Lieferant
  • Kontaktdaten
  • Notfallinformationen

Bei Propylenglykol kann beispielsweise die chemische Bezeichnung:

1,2-Propandiol

auftauchen.

Bei Glycerin:

Glycerol

Abschnitt 2 – Mögliche Gefahren

Dieser Abschnitt beschreibt die Einstufung und Kennzeichnung des Produktes.

Dazu können abhängig vom Stoff gehören:

  • Gefahrenklassen
  • Gefahrenkategorien
  • Signalwörter
  • Gefahrenpiktogramme
  • H-Sätze
  • P-Sätze
  • sonstige Gefahren

Nicht jeder Rohstoff ist automatisch als gefährlich eingestuft.

Entscheidend ist immer die konkrete Einstufung des jeweiligen Produktes.

Abschnitt 3 – Zusammensetzung und Angaben zu Bestandteilen

Hier wird beschrieben, welche Stoffe beziehungsweise Bestandteile enthalten sind.

Bei einem Einzelstoff können beispielsweise angegeben werden:

  • chemische Bezeichnung
  • CAS-Nummer
  • EG-Nummer
  • Konzentrationsbereich
  • gegebenenfalls relevante Verunreinigungen

Für Propylenglykol lautet die CAS-Nummer:

57-55-6

Für Glycerol:

56-81-5

Mehr dazu:

Abschnitt 4 – Erste-Hilfe-Maßnahmen

Hier wird beschrieben, welche Maßnahmen bei einer möglichen Exposition vorgesehen sind.

Beispiele:

  • Einatmen
  • Hautkontakt
  • Augenkontakt
  • Verschlucken

Welche Maßnahmen tatsächlich erforderlich sind, richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und dessen Einstufung.

Abschnitt 5 – Maßnahmen zur Brandbekämpfung

Dieser Abschnitt kann Informationen enthalten zu:

  • geeigneten Löschmitteln
  • ungeeigneten Löschmitteln
  • besonderen Gefahren im Brandfall
  • möglichen Verbrennungsprodukten
  • Schutzausrüstung für Einsatzkräfte

Abschnitt 6 – Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung

Hier wird beschrieben, was bei Verschütten oder Austritt des Stoffes zu beachten ist.

Typische Punkte können sein:

  • persönliche Vorsichtsmaßnahmen
  • Umweltschutzmaßnahmen
  • Aufnahme verschütteter Flüssigkeit
  • Reinigungsverfahren
  • Vermeidung weiterer Freisetzung

Abschnitt 7 – Handhabung und Lagerung

Dieser Abschnitt ist für die praktische Arbeit besonders relevant.

Er kann Hinweise enthalten zu:

  • sicherer Handhabung
  • Lagerbedingungen
  • geeigneten Behältern
  • Temperatur
  • Schutz vor Verunreinigungen
  • unverträglichen Stoffen
  • Anforderungen an Lagerbereiche

PG und VG sind hygroskopisch und können Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen.

Mehr dazu unter Propylenglykol und Glycerin richtig lagern – Haltbarkeit, Temperatur und Aufbewahrung.

Abschnitt 8 – Begrenzung und Überwachung der Exposition / persönliche Schutzausrüstungen

Hier können Angaben stehen zu:

  • Arbeitsplatzgrenzwerten
  • technischen Schutzmaßnahmen
  • Lüftung
  • Atemschutz
  • Handschutz
  • Augenschutz
  • Schutzkleidung

Welche Maßnahmen erforderlich sind, muss anhand des konkreten Produktes und der Tätigkeit beurteilt werden.

Abschnitt 9 – Physikalische und chemische Eigenschaften

Dieser Abschnitt enthält wichtige Stoffdaten.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Aggregatzustand
  • Farbe
  • Geruch
  • pH-Wert
  • Schmelz- oder Gefrierpunkt
  • Siedepunkt
  • Flammpunkt
  • Dichte
  • Löslichkeit
  • Viskosität
  • Dampfdruck

Gerade bei PG und VG ist die unterschiedliche Viskosität praktisch relevant.

Mehr dazu unter Propylenglykol vs. Glycerin – welcher Rohstoff ist dünnflüssiger und warum?.

Abschnitt 10 – Stabilität und Reaktivität

Hier können Informationen stehen zu:

  • chemischer Stabilität
  • möglichen gefährlichen Reaktionen
  • zu vermeidenden Bedingungen
  • unverträglichen Materialien
  • gefährlichen Zersetzungsprodukten

Abschnitt 11 – Toxikologische Angaben

Dieser Abschnitt enthält Informationen zu möglichen gesundheitlichen Wirkungen.

Dazu können je nach Produkt gehören:

  • akute Toxizität
  • Hautreizung
  • Augenreizung
  • Sensibilisierung
  • spezifische Zielorganwirkungen
  • weitere toxikologische Endpunkte

Diese Angaben sollten immer produktspezifisch betrachtet werden.

Abschnitt 12 – Umweltbezogene Angaben

Hier können unter anderem Informationen stehen zu:

  • Ökotoxizität
  • Persistenz
  • Abbaubarkeit
  • Bioakkumulationspotenzial
  • Mobilität im Boden
  • weiteren Umweltaspekten

Abschnitt 13 – Hinweise zur Entsorgung

Dieser Abschnitt enthält Hinweise zur sachgerechten Entsorgung.

Die richtige Vorgehensweise kann abhängig sein von:

  • Produkt
  • Menge
  • Verunreinigung
  • Verwendung
  • örtlichen beziehungsweise gesetzlichen Vorgaben

Abschnitt 14 – Angaben zum Transport

Hier finden sich Informationen zur transportrechtlichen Einstufung.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • UN-Nummer
  • offizielle Benennung für die Beförderung
  • Transportgefahrenklasse
  • Verpackungsgruppe
  • Umweltgefahren
  • besondere Vorsichtsmaßnahmen

Je nach Transportweg können Regelwerke wie:

  • ADR
  • IMDG
  • IATA

relevant sein.

Ob ein Stoff als Gefahrgut eingestuft wird, hängt von der konkreten Klassifizierung ab.

Abschnitt 15 – Rechtsvorschriften

Dieser Abschnitt enthält regulatorische Angaben, die speziell den Stoff oder das Gemisch betreffen können.

Welche Vorschriften genannt werden, hängt vom Produkt und dem jeweiligen Rechtsraum ab.

Abschnitt 16 – Sonstige Angaben

Der letzte Abschnitt kann beispielsweise enthalten:

  • Änderungsvermerke
  • Abkürzungen
  • Literaturangaben
  • Quellen
  • Hinweise zur Erstellung oder Überarbeitung des Dokuments

Warum hat ein Sicherheitsdatenblatt 16 Abschnitte?

Die standardisierte Struktur erleichtert den schnellen Zugriff auf relevante Informationen.

Ein Anwender kann beispielsweise direkt suchen nach:

  • Lagerung → Abschnitt 7
  • Schutzmaßnahmen → Abschnitt 8
  • physikalische Daten → Abschnitt 9
  • Transport → Abschnitt 14

Gerade im gewerblichen Umfeld erleichtert diese feste Struktur die Arbeit.

Ist ein Sicherheitsdatenblatt dasselbe wie ein CoA?

Nein.

Das ist einer der wichtigsten Unterschiede.

Sicherheitsdatenblatt

Das SDB behandelt hauptsächlich:

Sicherheit, Gefahrenkommunikation und sichere Handhabung

CoA

Das CoA behandelt hauptsächlich:

Analysewerte und Qualität einer konkreten Charge

Mehr dazu unter CoA bei Propylenglykol und Glycerin – was steht im Analysezertifikat und warum ist es wichtig?.

SDB und CoA im direkten Vergleich

Merkmal Sicherheitsdatenblatt CoA
Hauptzweck Sicherheit und Handhabung chargenbezogene Qualitätsdaten
Chargenbezogen normalerweise nicht primär ja
Analysewerte allgemeine Stoff-/Produktdaten möglich konkrete Messwerte
Erste Hilfe ja normalerweise nein
Lagerhinweise ja nicht Hauptzweck
Transport ja normalerweise nein
Reinheitsangabe gegebenenfalls allgemein konkreter Messwert möglich
Chargennummer nicht zentraler Zweck zentral
Qualitätsfreigabe nicht Hauptzweck kann relevant sein

Ist das CoA wichtiger als das SDB?

Nein.

Beide Dokumente beantworten unterschiedliche Fragen.

Das SDB beantwortet vor allem:

Wie kann das Produkt sicher gehandhabt werden?

Das CoA beantwortet:

Welche Qualitäts- und Analysewerte besitzt die konkrete Charge?

Für eine professionelle Rohstoffdokumentation können deshalb beide Dokumente wichtig sein.

Was ist der Unterschied zwischen SDB und Produktspezifikation?

Eine Produktspezifikation definiert Qualitätsanforderungen.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Mindestgehalt
  • maximaler Wassergehalt
  • Dichtebereich
  • Farbgrenze
  • Verunreinigungsgrenzen

Das Sicherheitsdatenblatt dient dagegen nicht primär der Qualitätsfreigabe.

Mehr dazu unter Produktspezifikation bei Propylenglykol und Glycerin – Grenzwerte, Sollwerte und typische Werte.

Was ist der Unterschied zwischen SDB und technischem Datenblatt?

Ein technisches Datenblatt beziehungsweise TDS beschreibt typischerweise allgemeine technische Eigenschaften des Produktes.

Beispiele:

  • typische Dichte
  • Viskosität
  • Farbe
  • physikalische Eigenschaften
  • allgemeine Produktdaten

Das SDB konzentriert sich dagegen auf:

  • Sicherheit
  • Gefahren
  • Handhabung
  • Schutzmaßnahmen
  • Lagerung
  • Transport

Mehr dazu unter Technisches Datenblatt bei Propylenglykol und Glycerin – welche Werte sind wirklich wichtig?.

Ist ein Sicherheitsdatenblatt chargenbezogen?

Normalerweise steht beim Sicherheitsdatenblatt nicht eine einzelne Charge im Mittelpunkt.

Das SDB beschreibt in erster Linie das Produkt beziehungsweise den Stoff hinsichtlich sicherheitsrelevanter Eigenschaften und Handhabung.

Das unterscheidet es deutlich vom CoA.

Warum ist das CoA chargenbezogen?

Produktion und Analytik können innerhalb zulässiger Spezifikationsgrenzen leichte Chargenschwankungen aufweisen.

Das CoA dokumentiert deshalb die tatsächlichen Prüfergebnisse einer bestimmten Charge.

Wo finde ich die Reinheit – im SDB oder im CoA?

Je nach Produkt können auch im SDB Konzentrations- oder Zusammensetzungsangaben enthalten sein.

Für die genaue chargenbezogene Qualitätsbewertung sind jedoch Produktspezifikation und CoA typischerweise aussagekräftiger.

Mehr zum Thema Reinheit unter Welche Reinheit bei Propylenglykol und Glycerin? Was bedeuten 99,5 %, 99,9 %, USP und Ph. Eur.?.

Wo finde ich die Dichte?

Die Dichte kann je nach Dokument erscheinen im:

  • Sicherheitsdatenblatt
  • technischen Datenblatt
  • Produktspezifikation
  • CoA

Dabei muss unterschieden werden zwischen:

  • typischem Wert
  • Spezifikationsbereich
  • tatsächlich gemessenem Chargenwert

Mehr zur Dichte unter Dichte von Propylenglykol und Glycerin – wie viel wiegt 1 Liter PG oder VG?.

Wo finde ich die Viskosität?

Die Viskosität kann beispielsweise im:

  • Abschnitt 9 des SDB
  • technischen Datenblatt
  • Produktspezifikation

stehen.

Bei PG und VG ist dieser Wert besonders interessant, da Glycerin deutlich viskoser ist als Propylenglykol.

Wo finde ich die CAS-Nummer?

CAS-Nummern finden sich typischerweise in den Abschnitten zur Stoffidentität beziehungsweise Zusammensetzung.

Propylenglykol:

CAS 57-55-6

Glycerin:

CAS 56-81-5

Was ist die EG-Nummer?

Die EG-Nummer dient im europäischen Kontext ebenfalls zur Identifikation chemischer Stoffe.

Sie kann im Sicherheitsdatenblatt zusammen mit weiteren Identifikatoren angegeben sein.

Für PG und VG gelten:

  • Propylenglykol: EG 200-338-0
  • Glycerol: EG 200-289-5

Welche Bedeutung haben USP oder Ph. Eur. im Sicherheitsdatenblatt?

USP und Ph. Eur. sind Qualitäts- beziehungsweise Arzneibuchstandards und keine primären Sicherheitsklassifizierungen.

Detaillierte Qualitätsnachweise gehören deshalb eher in:

  • Produktspezifikation
  • CoA
  • Qualitätsdokumentation

Mehr dazu unter USP oder Ph. Eur. – welcher Qualitätsstandard ist bei Propylenglykol und Glycerin wichtiger?.

Was sollte ein B2B-Kunde zu einem Rohstoff dokumentieren?

Je nach Anwendung können beispielsweise sinnvoll sein:

  • Produktbezeichnung
  • Lieferant
  • Chargennummer
  • Sicherheitsdatenblatt
  • Produktspezifikation
  • CoA
  • technisches Datenblatt
  • Wareneingangsdatum
  • Lagerort

Damit entsteht eine nachvollziehbare Rohstoffdokumentation.

Warum ist das Sicherheitsdatenblatt beim Wareneingang wichtig?

Das SDB enthält Informationen dazu, wie das Produkt:

  • gehandhabt
  • gelagert
  • transportiert
  • im Notfall behandelt

werden sollte.

Unternehmen können daraus abhängig vom Einsatz unter anderem Informationen für:

  • Gefährdungsbeurteilungen
  • Betriebsanweisungen
  • Lagerkonzepte
  • Schutzmaßnahmen
  • Notfallplanung

ableiten.

Muss das Sicherheitsdatenblatt aktuell sein?

Für die betriebliche Verwendung sollte grundsätzlich mit der aktuellen verfügbaren Fassung gearbeitet werden.

Sicherheitsdatenblätter können überarbeitet werden, beispielsweise aufgrund von:

  • regulatorischen Änderungen
  • neuen Erkenntnissen
  • geänderten Einstufungen
  • aktualisierten Stoffdaten
  • geänderten Lieferanteninformationen

Wo steht das Erstellungs- oder Revisionsdatum?

Auf einem SDB finden sich üblicherweise Angaben wie:

  • Erstellungsdatum
  • Überarbeitungsdatum
  • Revisionsnummer
  • Versionsstand

Damit lässt sich erkennen, welche Fassung vorliegt.

Warum können alte SDB-Versionen archiviert werden?

Im gewerblichen Sicherheits- oder Qualitätsmanagement kann eine nachvollziehbare Archivierung sinnvoll sein.

So lässt sich später rekonstruieren, welche Version zu einem bestimmten Zeitpunkt vorlag.

Die konkrete Aufbewahrung richtet sich nach den jeweiligen betrieblichen und regulatorischen Anforderungen.

Kann ein Sicherheitsdatenblatt mehrere Seiten lang sein?

Ja.

Aufgrund der 16 Abschnitte und der umfangreichen regulatorischen Informationen sind Sicherheitsdatenblätter häufig mehrere Seiten lang.

Das ist normal.

Muss jeder Stoff ein Sicherheitsdatenblatt haben?

Ob für ein konkretes Produkt ein Sicherheitsdatenblatt gesetzlich bereitgestellt werden muss, hängt unter anderem von:

  • Einstufung
  • Produktart
  • Verwendungszweck
  • Abnehmer
  • Lieferkette
  • regulatorischen Anforderungen

ab.

Eine pauschale Aussage für jeden Stoff und jeden Anwendungsfall ist deshalb nicht sinnvoll.

Braucht ein Privatkunde ein Sicherheitsdatenblatt?

Für Privatkunden steht ein SDB häufig weniger im Mittelpunkt als für gewerbliche Verwender.

Sicherheits- und Anwendungshinweise bleiben dennoch relevant.

Welche Dokumentationspflichten bestehen, hängt vom konkreten Produkt und der jeweiligen Abgabesituation ab.

Braucht ein Gewerbekunde ein Sicherheitsdatenblatt?

Im gewerblichen Umgang mit chemischen Stoffen kann ein aktuelles Sicherheitsdatenblatt sehr wichtig sein.

Unternehmen benötigen entsprechende Informationen beispielsweise für:

  • Gefährdungsbeurteilung
  • Betriebsanweisung
  • Lagerung
  • Mitarbeiterschutz
  • Notfallplanung
  • innerbetriebliche Dokumentation

Wie liest man ein Sicherheitsdatenblatt effizient?

Je nach Fragestellung sind bestimmte Abschnitte besonders relevant.

Für die tägliche Praxis können beispielsweise interessant sein:

  • Abschnitt 1: Produktidentität
  • Abschnitt 2: Gefahren
  • Abschnitt 4: Erste Hilfe
  • Abschnitt 7: Handhabung und Lagerung
  • Abschnitt 8: Exposition und Schutzausrüstung
  • Abschnitt 9: physikalische Stoffdaten
  • Abschnitt 14: Transport

Für Qualitätsinformationen sollte zusätzlich das CoA beziehungsweise die Produktspezifikation herangezogen werden.

Welche Rolle spielt die Lagerung bei PG und VG?

Beide Rohstoffe sind hygroskopisch.

Sie können Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen.

Deshalb sollten Gebinde möglichst:

  • geschlossen
  • sauber
  • vor Verunreinigungen geschützt

gehalten werden.

Mehr dazu unter Was bedeutet hygroskopisch? Einfach erklärt am Beispiel von Glycerin und Propylenglykol.

Kann falsche Lagerung das Produkt verändern?

Ja.

Mögliche Auswirkungen können sein:

  • Feuchtigkeitsaufnahme
  • Kontamination
  • veränderte Konzentration
  • veränderte Dichte
  • veränderte Viskosität

Deshalb sollten Sicherheitsdatenblatt und Produktspezifikation gemeinsam berücksichtigt werden.

Wie sollte ein geöffnetes Gebinde behandelt werden?

Grundsätzlich sinnvoll sind:

  • sauber entnehmen
  • nicht unnötig lange offen lassen
  • zeitnah wieder verschließen
  • Kennzeichnung erhalten
  • Kontamination vermeiden
  • geeignete Entnahmehilfen verwenden

Sollte man ein SDB zusammen mit dem CoA archivieren?

Für gewerbliche Rohstoffdokumentation kann dies sinnvoll sein.

Damit stehen verschiedene Informationsebenen gemeinsam zur Verfügung:

Sicherheit + Qualität + Charge

Welche Dokumente gehören zu einer sauberen Rohstoffakte?

Abhängig von Anwendung und Qualitätssystem beispielsweise:

  • Sicherheitsdatenblatt
  • CoA
  • Produktspezifikation
  • technisches Datenblatt
  • Lieferantendokumentation
  • gegebenenfalls Konformitätserklärungen

Jedes Dokument erfüllt einen anderen Zweck.

Dokumente auf einen Blick

Dokument Hauptzweck
Sicherheitsdatenblatt / SDB Sicherheit, Gefahren und Handhabung
CoA Analysewerte einer konkreten Charge
Produktspezifikation definierte Qualitätsanforderungen und Grenzwerte
Technisches Datenblatt / TDS allgemeine technische Eigenschaften
Konformitätserklärung Bestätigung definierter Anforderungen

Welche Gebindegrößen sind erhältlich?

Bei der Abfüller GmbH erhalten Sie PG und VG in verschiedenen Größen.

Typische Varianten:

  • 1 Liter
  • 5 Liter
  • 10 Liter
  • 25 Liter

Die passende Größe hängt unter anderem ab von:

  • Verbrauch
  • Lagerung
  • Handhabung
  • Öffnungshäufigkeit

Mehr dazu unter PG oder VG – welche Gebindegröße ist die richtige? 1 L, 5 L, 10 L oder 25 L.

PG und VG bei der Abfüller GmbH

Direkt zu unseren Rohstoffen:

→ Propylenglykol (PG / 1,2-Propandiol) kaufen

→ Pflanzliches Glycerin (VG / Glycerol) kaufen

Fazit: SDB und CoA erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Das Sicherheitsdatenblatt beantwortet vor allem die Frage:

Wie kann der Stoff sicher gehandhabt werden?

Das CoA beantwortet dagegen:

Welche Analysewerte besitzt die konkrete Charge?

Zusätzlich gilt:

  • SDB → Sicherheit und Gefahrenkommunikation
  • CoA → chargenbezogene Analysewerte
  • Produktspezifikation → Qualitätsanforderungen und Grenzwerte
  • technisches Datenblatt → allgemeine technische Produkteigenschaften

Für eine professionelle Rohstoffbewertung sollten diese Dokumente nicht miteinander verwechselt, sondern gemeinsam betrachtet werden.

Häufige Fragen zum Sicherheitsdatenblatt

Was bedeutet SDB?

SDB steht für Sicherheitsdatenblatt.

Was bedeutet SDS?

SDS steht für Safety Data Sheet und ist die englische Bezeichnung.

Wie viele Abschnitte hat ein Sicherheitsdatenblatt?

Typischerweise 16 standardisierte Abschnitte.

Ist ein SDB dasselbe wie ein CoA?

Nein. Das SDB behandelt Sicherheit und Handhabung. Das CoA dokumentiert Analysewerte einer konkreten Charge.

Ist ein SDB chargenbezogen?

Normalerweise nicht in derselben Weise wie ein CoA. Das Sicherheitsdatenblatt beschreibt primär das Produkt beziehungsweise den Stoff aus sicherheitsrelevanter Sicht.

Wo steht die Lagerung im SDB?

Typischerweise in Abschnitt 7.

Wo stehen persönliche Schutzmaßnahmen?

Typischerweise in Abschnitt 8.

Wo stehen physikalische und chemische Eigenschaften?

Typischerweise in Abschnitt 9.

Wo stehen Transportinformationen?

Typischerweise in Abschnitt 14.

Wo finde ich die CAS-Nummer?

Typischerweise in den Abschnitten zur Stoffidentifikation beziehungsweise Zusammensetzung.

Ist ein Sicherheitsdatenblatt ein Qualitätszertifikat?

Nein. Es dient primär der sicheren Handhabung und Gefahrenkommunikation.

Wo finde ich chargenbezogene Analysewerte?

Typischerweise im CoA beziehungsweise Certificate of Analysis.

Ist ein SDB dasselbe wie ein technisches Datenblatt?

Nein. Das TDS beschreibt allgemeine technische Produkteigenschaften, das SDB konzentriert sich auf Sicherheit und Gefahren.

Welche Dokumente sollte ein Gewerbekunde prüfen?

Abhängig von Anwendung und Qualitätssystem insbesondere:

  • Sicherheitsdatenblatt
  • Produktspezifikation
  • CoA
  • technisches Datenblatt

Wo kann man PG und VG kaufen?

Bei der Abfüller GmbH erhalten Sie Propylenglykol (PG) und pflanzliches Glycerin (VG) in verschiedenen Gebindegrößen.